Überdachung Freibad Geiselweid

veröffentlicht um 22.05.2011, 03:06 von Quartierverein Wohnliches Geiselweid   [ aktualisiert: 16.06.2011, 10:59 ]

Die schon länger gehegten Pläne der Stadt für die zeitweise Überdachung des Freibades Geiselweid (Olympiabecken) konkretisieren sich unterdessen. Am 16. März wurde das Projekt von Stadtrat Fritschi der Bevölkerung vorgestellt. Gemäss Fritschi sollte die Halle bereits in einem Jahr stehen. Grund für das schnelle Vorgehen ist die geplante Sanierung des Hallenbades und die Aussicht vom Bund Geld für die Halle zu erhalten. Denn der Schweizerische Schwimmverband möchte sein Ostschweizer Trainingscenter im neuen Sportzentrum neben der Eishalle einrichten und braucht dazu natürlich auch die Möglichkeit zum Trainieren.

Vorgesehen ist eine 30x60 Meter grosse und 11 Meter hohe Halle. Sie besteht aus Stahlträgern und hat statt Fenstern eine Ausfachung aus Kunststofffolien ähnlich der Masoalahalle im Zürcher Zoo. Die Hälfte des Daches kann im Sommer zur Seite geschoben werden, die andere Hälfte (Seite Grüzenstrasse) bleibt ganzjährig stehen. Im Sommer soll das halb gedeckte Freibad weiterhin der Bevölkerung zur Verfügung stehen, im Winter soll in der Halle trainiert werden. Aus Sicht des Quartiervereins sprechen verschiedene Punkte gegen das Projekt:

  • Die schöne Parkanlage des Schwimmbades, die einen wichtigen Teil des Flairs ausmacht, würde langfristig zerstört.

  • Die Halle weist energetisch schlechte Dämmwerte auf und wird viel Energie brauchen.

  • Es ist mit zusätzlichem Lärm zu rechnen, vor allem weil verschiedene Aussagen zur Nutzung bestehen: Die einen sprechen von einer Trainingshalle, die anderen möchten auch Wettkämpfe durchführen. Wasserballturniere, Schwimmwettkämpfe etc., sind aus Erfahrung relativ lärmintensiv (Schiedsrichterpfeifen, Megafone, Lautsprecher) und die neue Halle dämmt den Lärm nur wenig.

  • Vor allem die Bewohner an der Grüzenstrasse müssen mit massiven Einschränkungen rechnen (gegenüber der Grüzenstrasse wird die Halle rund 13 Meter hoch sein durch den Höhenunterschied zwischen Strasse und Becken).

An der GV hat sich eine Mehrheit der Anwesenden klar gegen das Projekt ausgesprochen. Der Quartierverein hat bereits einen Brief an Stadtrat Fritschi geschrieben und mit verschiedenen Organisationen und Parteien Kontakt aufgenommen um weitere Gegner des Projektes mobilisieren zu können. Gegen Ende Mai wird ein Gespräche mit Stadtrat Fritschi stattfinden. Parallel dazu bereiten die betroffenen Anwohner mit Hilfe des QV auf eine Einsprache vor. 

Scheitern die Gespräche mit der Stadt, so besteht die Möglichkeit, nach der Zustimmung des Gemeinderates im Herbst 2011 das Referendum gegen das Projekt zu ergreifen.

Gegenüber der Stadt haben wir klar betont, dass wir die Notwendigkeit für weitere Wasserflächen sehen, dass wir aber der Meinung sind, es müssten andere Alternativen geprüft werden. Beispielsweise eine Integration in das neue Sportzentrum bei der Eishalle oder eine Erweiterung des Hallenbades Geiselweid.

Wir werden alle uns zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen um das Projekt zu verhindern und sind froh um alle Unterstützung.

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