Unser Quartier


 Lage und Infrastruktur  des Geiselweidquartiers

Das Geiselweidquartier befindet sich an zentraler und doch ruhiger Lage wenige Minuten zu Fuss oder mit dem Velo von der Winterthurer Altstadt entfernt.Der Grossteil der Wohnhäuser liegt an ruhigen Quartierstrassen ohne Durchgangsverkehr. Grosse Grünanlagen, wie die das Schwimmbad sowie die Vorgärten der Häuser sorgen für eine Auflockerung des Strassenbildes.
Die Infrastruktur erfüllt alle wichtigen Bedürfnisse eines modernen Stadtquartiers. Das Einkaufszentrum Deutweg deckt zusammen mit einigen anderen Geschäften in der Nähe den täglichen Bedarf. Velorouten, Fusswege und vier Buslinien verbinden das Quartier mit der Altstadt sowie den grossen Fachmärkten im nahen Grüzefeld.
Der Kindergarten am Eigenheimweg sorgt für kurze Kindergartenwege, alle weiteren Schulen können zu Fuss erreicht werden.
Auch in der Freizeit hat das Quartier genügend zu bieten: Hallen- und Freibad sowie Eisbahn und verschiedene Sportplätze sind in wenigen Minuten erreichbar. Mehrere Spielplätze ergänzen des Angebot für Familien.


 Die Bewohner des Geiselweidquartiers

Das Geiselweid-Quartier ist stark familiär geprägt. Durch neu gebaute Reihenhäuser sowie durch den Generationenwechsel in den bestehenden Einfamilienhaussiedlungen sind in den letzten 15 Jahren viele Familien neu ins Quartier gekommen. Die Infrastruktur des Quartiers (Kindergarten, Einkauf, Schwimm- und Hallenbad, Eisbahn, Sportplätze, Spielplätze) sowie die grösstenteils verkehrsberuhigten Quartierstrassen und die Grünflächen vor den Häusern prädestiniert das Quartier für diese Zielgruppe. In den neuen Mehrfamilienhäusern auf dem Sidi-Areal finden aber auch urban orientierte Singles und Paare passenden Wohnraum.
Das Geiselweidquartier hat eine überschaubare Grösse. Viele Bewohner kennen sich zumindest vom Sehen. Man trifft sich auf der Strasse, auf dem Spielplatz, in der Badi oder vor dem kleinen Einkaufszentrum. Der wöchentliche Kaffeeklatsch im Quartiertreff, das jährlich stattfindende Quartierfest sowie verschiedene kleinere Veranstaltungen des Quartiervereins sorgen zusätzlich für Kontakt im Quartier.  


 Das Geiselweidquartier - 180 Jahre wechselvolle Geschichte

Während die meisten Winterthurer Stadtteile ausserhalb des Zentrums aus ehemaligen Dörfern entstanden sind (z.B. Veltheim, Seen oder Wülflingen) hat das Geiselweidquartier eine ganz andere Geschichte. Jahrhundertelang wurden hier Felder bestellt, mit der Zeit folgten einige Mühlen, die die Wasserkraft der Eulach nutzten. Die Entwicklung des Quartiers begann erst 1834 mit dem Bau der Tösstalstrasse. Kurz darauf folgte mit der Färberei im Bereich Schleife die erste grössere Fabrik. Ihre Hallen stehen heute noch und beherbergen Kleibetrieben sowie das und die Fotostiftung.

Bescheidener Komfort für die Arbeiter
Für eine weitere Entwicklung im Quartier sorgte der Bau der Geiselweidstrasse, der heutigen St. Gallerstrasse. Von ihr ausgehend entstand ein ganzes Netz an Quartierstrassen. In die gleiche Zeit fällt der Bau der Seidenstoffweberei ("Sidi" genannt), von der heute noch der Turm und das Maschinenhaus stehen (Ecke St. Galler- und Pflanzschulstrasse). Mit den Fabriken kamen auch die Arbeiter, für die möglichst nahe am Arbeitsplatz Wohnhäuser errichtet wurden. 1888 baute beispielsweise der Architekt Ernst Jung die Arbeiterhäuser an der Mühlebrückestrasse, von denen heute noch einige stehen. Der Komfort war bescheiden, jede der Wohnungen mass gut 50m2, das WC befand sich im Treppenhaus, Badezimmer gab es keine.

Eine Siedlung im Selbstbau
Die einschneidenste Veränderung für das noch junge Quartier brachte der Bau der Wohnsiedlung Selbsthilfe zwischen dem oberen Deutweg und der Eulach zwischen 1925 und 1929. Die künftigen Bewohner bauten die Ein- und Zweifamilienhäuser nach den Plänen der Architekten Adolf Kellermüller und Franz Scheibler zu grossen Teilen in Eigenleistung. Ergänzt wurden die Häuser durch den heute noch vorhandenen Kindergarten und einen Laden der Konsumgesellschaft (heute ein Künstleratelier). Schon vor der Siedlung war auf einem benachbarten Grundstück das Freibad Geiselweid entstanden, das in den 1970er-Jahren durch ein Hallenbad ergänzt und 2007 umfassend saniert wurde. Seitdem verfügt es über eine Wasserrutsche und einen Biopool.
In der Nachkriegszeit folgten weitere Wohnbauten, die letzten Siedlungslücken schlossen sich.

Wohnen statt arbeiten
Wie überall in der Schweiz setzte auch in Winterthur in den 1980er-Jahren der Niedergang der klassischen Industrie ein. Neue Fertigungsmethoden, Automatisierung sowie die günstigere Standorte im Ausland sorgten für eine Strukturwandel. Auch das Geiselweidquartier war davon betroffen und begann sich zu verändern. Die Sidi stellte den Betrieb ein, die Hallen wurden vorerst von verschiedenen Zwischennutzern belegt und zwischen 2007 und 2009 dann durch neue Wohnhäuser aus der Feder des Zürcher Architekturbüros ADP Walter Ramseier ersetzt. Bereits um das Jahr 2000 setzte der Wandel auf dem Areal der Schmiergelpapierfabrik ("Schmirgli genannt") gleich neben dem Selbsthilfequartier ein.Die Fabrik stellte die Produktion ebenfalls ein und gut die Hälfte des Areals wurde für den Bau von neuen Reiheneinfamilienhäusern genutzt, die heute das Selbsthilfequartier ergänzen.

Weitere Infos: "Winterthur-Mattenbach: Von Backsteinhäusern, Dampfkesseln und Gärten"



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